01. September 2021
Europameisterschaften in Schweden: Vier Medaillen für Holstein

Was für ein Erfolg! Bei den Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reitern Vielseitigkeit in Segersjö (Schweden) feierten zwei Holsteiner Junioren mit ihren Holsteiner Pferden vier Medaillen: Nane Nikolaus Dehn wurde mit der von seinem Großvater Friedrich gezogenen Zilia D v. Corland-Mytens xx als Doppel-Europameister bejubelt, und Kaja Thomsen holte mit ihrem Dressurergebnis auf Da bin ich C v. Diarado-Esteban xx (Ursula Chojnacki, Stolpe) Mannschaftsgold und Einzel-Bronze. Donata von Preußen hat sich mit den beiden Erfolgs-Junioren unterhalten.

Wie habt Ihr die Europameisterschaften in Schweden erlebt?

Nane Nikolaus Dehn: „Eigentlich hatte ich in diesem Jahr mit dem Deutschen Meistertitel und dem Sieg im Preis der Besten alles erreicht, was ich erreichen wollte, und vorrangiges Ziel in Schweden war eine Mannschaftsmedaille. Das Turniergelände von Segersjö war gigantisch. Vor dem wunderschönen Schloss wurde geritten, die ganze Anlage war top gepflegt. Ich sage nur Rasenmähroboter. Ich bin noch nie so eine gute Dressur geritten, habe noch nie so viel Punkte im Viereck bekommen. Zilia ließ sich auch durch den strömenden Regen und den Wind nicht ablenken. So ein tolles Gelände – durch den Schlosspark – mit vielen spektakulären Sprüngen habe ich auch noch nie erlebt. Und das schönste waren die vielen Zuschauer, die einen angefeuert haben, das kannte ich so gar nicht.“

Kaja Thomsen: „Ich kann nur sagen: es war mega, mega. Eine wunderschöne Anlage, ein toller Geländekurs und dann noch eine Gold- und eine Bronzemedaille. Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Unsere Dressur hätte ein wenig besser sein können, im wunderschönen, aber schweren Gelände ging „Dabi“ eine super Runde. Er ist ja noch nicht so erfahren. Mit seinen elf Jahren ist er ein echter „Spätzünder“ und daher bislang nur auf Zwei-Sterne-Niveau unterwegs gewesen.“

Bundestrainerin der Junioren ist Julia Krajewski. Wie ist es für Euch gewesen, von der ganz aktuellen Olympiasiegerin betreut zu werden?

Nane: „Julia hat das von vorn bis hinten toll gemacht – angefangen vom Vorbereitungslehrgang in Warendorf bis hin zu den Meisterschaften, wo sie uns immer wieder motiviert hat. Sie hat sogar ihre Goldmedaille aus Tokio mitgebracht, um uns einen weiteren Motivationsschub zu geben. Hervorheben möchte ich auch die super Stimmung. Wir haben alles zusammengemacht, auch die Jungen Reiter waren stets dabei.“

Kaja: „Auch da kann ich nur eins wieder sagen: Die Betreuung durch Julia war mega. Wir alle haben so für sie mitgezittert und uns riesig gefreut als sie als Olympiasiegerin feststand. Julia ist nicht nur eine Top-Reiterin,sondern auch eine Top-Trainerin. Das gute bei ihr ist, dass sie sich so gut in uns und den Druck, der auf uns bei einem Championat lastet, hineinversetzen kann. Zudem ist Julia super strukturiert und eine Perfektionistin in allem, was sie tut.“

 Erzählt doch etwas über Eure Pferde:

Nane: „Zilia ist ein echtes Familienprojekt. Sie wurde von meinem Großvater gezogen, gehört meinem Vater und ich reite sie seit fünf Jahren. Als junges Pferd ist sie bei Ingrid Klimke gewesen und hat dort natürlich eine Super-Ausbildung genossen. Zilia und ich haben in den letzten Jahren Höhen und Tiefen erlebt, aber wir haben uns zusammengerauft und die Früchte der Arbeit konnten wir in diesem Jahr ernten. Ich bin sicherlich (noch) kein Top-Reiter, aber wir sind zu einem guten Team zusammengewachsen. Übrigens begleitet mein Großvater total engagiert unsere Karriere. Eigentlich ist er bei jeder Trainingseinheit zu Hause dabei und gibt mir wertvolle Tipps.“

Kaja: „Dabi gehört meinem Vater und der Familie Chojnacki aus Stolpe, die uns gerne zu den Turnieren begleitet und mitfiebert. Wir haben immer wieder von ihnen gezogene Pferde in unserem Stall. Dabi   und ich sind durch das gegenseitige Vertrauen und die Arbeit ein gutes Team, auch wenn er manchmal etwas heiß werden kann.“

 Im nächsten Jahr werdet Ihr altersbedingt bei den Jungen Reitern an den Start gehen. Gibt es schon Planungen für die Saison 2022.

Nane: „Mit Zilia habe ich die Saison beendet, und sie wird jetzt abtrainiert. Mein Ziel für das kommende Jahr ist, dass wir uns auf Drei-Sterne-Niveau etablieren können und wieder in den Kader kommen. In den kommenden Monaten habe ich nun viel Zeit für mein Nachwuchspferd Haptika v. Baracuda-Sir Shostakovich xx aus der Zucht von Manfred Johannsen, Tornesch. Die Stute ist jetzt sechsjährig. Sie war in diesem Jahr zur Ausbildung bei Sophie Leube, die bekanntlich ein „gutes Händchen“ für junge Buschpferde hat.“

Kaya: „Ich will mich mit Dabi auf Drei-Sterne-Niveau etablieren und werde im kommenden Jahr auch den bislang von meinem Vater gerittenen Cool Charly Blue übernehmen. Er hat zwar kein Holsteiner Papier, ist aber rein holsteinisch gezogen: Cyper Space (v. Caletto I-Lambadero-Maximus) aus einer Chirac-Landgraf I-Lavallo-Mutter. Mit ihnen hoffe ich, dass ich auch bei den Jungen Reitern erfolgreich mit reiten kann. Nach meinem Abitur im kommenden Jahr will ich mich erst einmal auf das Reiten konzentrieren, bevor ich mit dem Studium anfange.“

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